WM in Leipzig: Keine Medaille für Säbelherren

WM in Leipzig: Keine Medaille für Säbelherren

Enttäuschung für die deutschen Säbelfechter bei der Heim-WM in Leipzig: keiner der vier Dormagener schaffte den Sprung ins Viertelfinale – der Traum von einer Medaille vor heimischen Publikum platzte für Hartung, Szabo, Wagner und Hübers spätestens in der Runde der besten 16.

Der amtierende Europameister Max Hartung und Weltranglistensiebte hatte sich mit Siegen gegen Jules-Emile De Visscher (Belgien, 15:7) und Jose Quintero (Venezuela, 15:8) für das Achtelfinale qualifiziert. Dort war der Ungar Andras Szatmari für Hartung nicht zu schlagen: der Dormagener unterlag mit 11:15 und musste sich so von seinen Medaillenhoffnungen verabschieden. Hartung hatte bereits 5:1 geführt, verlor dann aber die Kontrolle über das Gefecht und lag zur Pause 6:8 zurück. In der zweiten Gefechtshälfte konnte er das Match gegen die Nummer Zehn der Weltrangliste nicht mehr drehen.

„Ich habe mir natürlich mehr vorgenommen, aber heute hat es gegen Szatmari, den ich zuletzt zweimal deutlich geschlagen habe, nicht gereicht. Bis zum Teamwettbewerb am Montag gilt es jetzt den Kopf frei zu bekommen“, so ein enttäuschter Max Hartung kurz nach dem Wettkampf.

Auch Matyas Szabo scheiterte im 16er K.O. Der Sohn von Bundestrainer Vilmos Szabo traf auf Konstiantyn Voronov, ehemaliger Junioren-Weltmeister, aus Israel und lag zur Halbzeit bereits 4:8 zurück. Szabo kämpfte sich zurück und glich zum 11:11 aus. Nach einer Verletzungspause, die Szabo aufgrund Schmerzen im Rücken nehmen musste, gelang dem Deutschen kein weiterer Punkt mehr, sodass Voronov letztlich 15:11 siegte.
In der Runde der besten 32 hatte der Dormagener sich zuvor mit 15:12 gegen Altmeister Aldo Montano (Olympiasieger von Athen 2004) aus Italien behauptet. Der 25-jährige Deutsche hatte sich nach der Pause von 8:5 auf 14:8 abgesetzt und zitterte sich dann zum entscheidenden Treffer. Vorher hatte Szabo sich in der Runde der besten 64 deutlich mit 15:7 gegen den Kasachen Ilya Mokretcov durchgesetzt.

„Matyas hatte bereits beim Abschlusstraining Probleme im Rücken. Im Gefecht gegen Voronov ist er beim 1:1 noch einmal auf den Rücken gefallen und hatte zum Ende hin starke Schmerzen. Wir hoffen, dass er zum Teamwettkampf wieder fit ist“, so TSV-Fechtkoordinator Olaf Kawald, der ebenfalls vor Ort ist.

Eine Runde früher platzte der Traum von der WM-Medaille im eigenen Land für Benedikt Wagner und Richard Hübers.
Wagner, Europameister von 2016 und schon in der Vorrunde am Mittwoch eher holprig ins Turnier gestartet, konnte sich im Tableau der besten 64 zunächst mit 15:11 gegen Jonathan Webb (Großbritannien) durchsetzen, scheiterte jedoch eine Runde später am Weltranglistenfünften Luca Curatoli aus Italien mit 10:15.
Richard Hübers gewann sein erstes K.O.-Gefecht gegen den Rumänen Alin Badea mit 15:10 und scheiterte dann im Tableau der besten 32 am Franzosen Vincent Anstett mit dem gleichen Ergebnis.

„Natürlich hatten die Jungs große Erwartungen an sich selbst und wollten im eigenen Land eine Medaille holen. Daher ist es schon eine Enttäuschung, dass es nicht gereicht hat. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir als Team diese Enttäuschung schnell in Motivation für den Mannschaftswettkampf am Montag ummünzen können“, bilanzierte Bundestrainer Vilmos Szabo.

Die Platzierungen der Deutschen im Überblick: Hartung 10.; Szabo 13.; Hübers 27.; Wagner 31.